Operative Erfahrung, systemisches Denken und eine klare Ausrichtung auf umsetzbare Lösungen prägen meine Arbeit.
Meine Perspektive auf den Bahnbetrieb ist stark durch die operative Praxis geprägt. Seit vielen Jahren bin ich selbst im laufenden Betrieb tätig und erlebe täglich, wie sensibel das System auf unterschiedlichste Einflüsse reagiert.
Die Zusammenarbeit gestalte ich bewusst unkompliziert und direkt – im Sinne der Eisenbahn auch gerne per Du.
Aufgewachsen in Niedersachsen zwischen Harz und Heide, stand für mich früh fest, dass mein beruflicher Weg zur Eisenbahn führen würde. Nach der Schule begann ich meine Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst (Fachrichtung Lokführer und Transport) bei der damaligen Railion Deutschland AG im Produktionszentrum Hannover mit Stationierung am Rangierbahnhof Braunschweig.
Dort lernte ich den Bahnbetrieb von Grund auf kennen: klassischen Zugbildungsbetrieb mit Abstossen und Aufhalten von Wagengruppen mittels Hemmschuhen, Bedienung von Gleisanschlüssen und privaten Infrastrukturen sowie den Einsatz von Übergabezügen. Neben den Regelwerken der Ril 408 gehörte auch die FV-NE zum täglichen Arbeitsumfeld.
Nach verkürzter Ausbildungszeit und Abschluss als Klassenbester führte mich mein Weg zur DB Cargo AG nach Karlsruhe-Knielingen in die Bahnverladung der Raffinerie MiRO. Dort umfasste mein Aufgabenbereich unter anderem das Bilden und Auflösen von Zügen, das Führen von Rangierlokomotiven, Tätigkeiten als Rangierbegleiter, die Disposition sowie die operative Abwicklung der Beladung von Kesselwagen.
Ein anschliessender Einsatz bei DB Regio Baden-Württemberg in Freiburg im Breisgau erweiterte meinen Blick auf den Personenverkehr.
Mit dem Wechsel zur SBB GmbH am Standort Lörrach verlagerte sich mein Tätigkeitsschwerpunkt in den grenzüberschreitenden Verkehr. Als Lokführer auf den Linien der trinationalen S-Bahn Basel war ich unmittelbar mit den Schnittstellen zwischen unterschiedlichen betrieblichen Systemen konfrontiert.
Parallel dazu absolvierte ich ein Studium der Theologie an der Middlesex University (London). Die Zulassung erfolgte auf Grundlage meiner beruflichen Qualifikation und zusätzlicher Prüfungen, ohne klassischen schulischen Hochschulzugang.
Auch wenn sich daraus kein direkter beruflicher Werdegang ergab, vermittelte das Studium zentrale Kompetenzen, die meine heutige Arbeitsweise prägen: analytisches Denken, strukturiertes Arbeiten mit komplexen Inhalten, Organisationsverständnis sowie die Fähigkeit, anspruchsvolle Sachverhalte verständlich zu vermitteln und für Entscheidungsträger aufzubereiten.
Heute bin ich bei der BLS AG in Spiez tätig und weiterhin aktiv im operativen Bahnbetrieb. Diese kontinuierliche Tätigkeit im Betrieb stellt sicher, dass meine Perspektive stets an der betrieblichen Realität ausgerichtet bleibt.
Seit 2024 ergänze ich meine praktische Erfahrung durch ein berufsbegleitendes Studium der Bahntechnologie und Mobilität an der Fachhochschule St. Pölten. Auch dieses Studium konnte ich ohne schulischen Hochschulzugang aufgrund meiner Berufserfahrung und Ergänzungsprüfungen beginnen.
Der Zugang zur Beratung ergab sich ursprünglich aus der Praxis heraus: Ideen zur Verbesserung des Bahnbetriebs scheitern häufig nicht an ihrer Qualität, sondern daran, dass sie die entscheidenden Stellen nicht erreichen oder nicht im richtigen Kontext eingeordnet werden.
Daraus entwickelte sich mein Ansatz, betriebliche Fragestellungen systemisch zu betrachten und Lösungen so zu formulieren, dass sie innerhalb bestehender Strukturen tatsächlich umsetzbar sind.
Meine Arbeit ist dabei aus einer tiefen Verbundenheit mit der Eisenbahn heraus entstanden. Mein Antrieb ist es, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass die Eisenbahn ihre Rolle als leistungsfähiges und zukunftsfähiges Verkehrssystem in Europa weiter stärken kann.